Sonntag, 21. Dezember 2014

My life at London College of Fashion - Year 1, Term 1

Chilling in my room - tried to make it as personal as I could!

Das erste Trimester am London College of Fashion ist vorbei, die ersten drei Monate in der Metropole London vorüber und es waren durchaus gelungene! Nun sind Ferien, ich bin zurück in Deutschland und habe Zeit in Ruhe zu reflektieren.
Wie ihr bestimmt wisst, war ich letztes Jahr an einer andern Schule, wo ich zu meiner Enttäuschung absolut unzufrieden war; falls nicht, hier gibt es mehr dazu. 
South Kensington photoshoot with Stephy Fung
LCF ist für mich eine 180° Wendung: ein motiviertes und internationales Publikum an Studenten und sehr kompetente Lehrkräfte, die extrem viel Erfahrung in der Praxis als auch in der Industrie haben; ein gutes Beispiel wäre meine Schnittdozentin, die früher bei Alexander McQueen gearbeitet hat. Das gibt einem als Student natürlich auch einen ganz anderen Blick auf das Geschehen im Unterricht; man hat finde ich automatisch viel mehr Respekt vor solch einer Person und nimmt sie viel ernster. Zudem haben wir sechs verschiedene Campuse, an denen wir Zugang zu industriellen Nähmaschinen, Body Scannern, 3D Druckern, Textildruckereien und so weiter haben, ein riesen Unterschied zur ESMOD, wo es nicht mal ausreichende Haushaltsnähmaschinen für unsere Klasse gab. Meine Hauptcampuse befinden sich an der Oxford Street und in Shoreditch, zehn Minuten Laufdistanz von meiner Wohnung, super praktisch.  Dort gibt es jeden Tag von früh am Morgen bis spät am Abend offenen Werktag, dh. man hat die Möglichkeit an freien Tagen zu arbeiten und die Maschinen zu benutzen. Das finde ich sehr hilfreich, da auch Dozenten immer für Fragen zur Verfügung stehen. Noch ein Vorteil des LCFs wäre der freie Zugang zu allen anderen Schulen der UAL (University of the Arts), diese beinhaltet Schulen wie Central Saint Martins, Camberwell College of Arts, Chelsea College of Arts, Wimbledon College of Arts und London College of Communication. Das heißt zum Beispiel ich kann in alle Bibliotheken der gehen und Bücher ausleihen, die Lernräume benutzen etc. Das ermöglicht einem auch mal einen Blick auf die Arbeiten anderer Designstudenten an anderen Schulen zu werfen. Inspiration everywhere! Es gibt eine unmenschlich hohe Liste an Freizeit Aktivitäten, die durch die Schule angeboten werden von Hockey über Snowboarden, Surfen, LGBT-Gruppen, Aktzeichnen, Kletter-Gruppen, Ballet, extra Societies für verschiedene Nationalitäten (indisch, chinesisch, japanisch...) und viele mehr. Davon nehme ich zum Beispiel am Hip-Hop Tanzkurs teil. Und das ist wohl gemerkt nicht nur für LCF sondern für die ganze UAL. In meiner Gruppe sind zum Beispiel zu 80% CSM Studenten. Es ist echt toll, weil wir uns ständig austauschen über unser Studium; nicht zu vergessen, dass meine Tanzlehrerin der absolute Wahnsinn ist! Sprachkurse gibt es auch sehr viele, dafür habe ich aber lieder keine Zeit.
Ich könnte jetzt weiter machen mit allem was ich gut finde, aber das wäre langweilig und eigentlich wollte ich euch doch erzählen, was alles im meiner ersten Zeit an meiner neuen Uni getrieben habe. Ich kann euch eins versichern: Ich habe mich sicherlich nicht gelangweilt und mir die Zeit mit Party und Alkohol vertrieben. Das war München! Es hat schon Spaß gemacht, aber auf Dauer ist das ziemlich langweilig und leer. 
Auf meiner neuen Schule werde ich endlich wieder gefordert und fülle meinen Kopf mit Wissen auf, was ein unglaublich gutes und zufriedenstellendes Gefühl ist. Endlich arbeite ich wieder zielstrebig meinem Traum entgegen eine selbstständige Modedesignerin zu werden. Alleine in diesen ersten drei Monaten haben wir so viel an Schnitttechnik gelernt, dass ich zwei dicke technische Ordner habe mit Schnitten, Beispielen aus Nessel, Experimente, Recherchen und, und, und. Das schöne an dem ganzen ist auch, dass uns kein felsenfestes Raster gegeben wird, wie an der ESMOD, sondern, dass Dozenten uns sagen, dass sie wollen das wir experimentieren, erforschen, viel in unserer eigenen Zeit probieren, denn das ist das, was Modedesign ausmacht: Neugierde und Offenheit, nicht kopieren was es schon gibt. 
Mein Stundenplan ist nicht fest und wechselt sich jede Woche, es wird nie langweilig. Viel Selbststudienzeit ist hervorgesehen, was ich als extrem positiv empfinde. Schließlich sind wir keine Kleinkinder mehr, denen alles hinterher getragen werden muss. Am Anfang des neuen Trimesters gibt es immer ein "Unit Handbook", in dem genau aufgelistet wird, was das/die neue(en) Projekt(e) sind, mit Abgabetermin, was alles in jeder Stunde gelernt wird und was wir zuhause lernen/machen sollen. Das letztere ist  jedoch nur "the bare minimum", heißt, um ein A zu kriegen muss man das doppelte und dreifache machen. Und ich kann euch echt sagen, dass es verdammt viel ist. Viel Zeit für anderes bliebt am Anfang nicht übrig. Es war für mich eine riesen Umstellung, erstens von München nach London, dann der Lebensstil der Londoner und dann noch die großen Arbeitsmengen, die einem abverlangt werden. Da muss ich schon ein bisschen schmunzeln, wenn ich an das Arbeitsvolumen der ESMOD denke.
Im ersten Trimester bestanden unsere Wochen hauptsächlich aus Schnitttechnik, Vorlesungen über Essays schreiben, Objektanalysen, Farbe, ein wenig Zeichenunterricht und Einführungen in die verschiednen Werkzeug, die uns zur Verfügung stehen. Wirkliche Fächer an sich gibt es nicht. 
Davon könnte man sich schon zusammen reimen was unsere Handins dieses Trimester waren: Ein Essay mit einer Objektanalyse, eine Selbstreflektion, ein kreatives Portfolio, welches sich um das Objekt in deinem Essay dreht (keine Vorschriften, was es alles beinhalten musste, außer mind. 20 Arbeiten. Heißt, wenn man ein A haben will macht man am besten 50 gute Arbeiten rein) und einen technischen Schnittordner.  An sich hat mir der schriftliche Teil 0,0 gefallen. Das war so ziemlich das schlimmste, aber es muss doch mal sein, schließlich muss auch ein Designer sich wörtlich ausdrücken können. Es wäre jetzt zu aufwendig zu erklären über was genau ich geschrieben habe, aber mein Objekt war mein Schlüsselanhänger, etwas sehr persönliches. Und unsere Aufgabe war es das Objekt in deinen modischen Kontext einzubinden und darüber zu argumentieren. Ich kann euch sagen, dass das echt nicht einfach für mich war, zu mal ich schon im Schreiben schlecht bin, aber dann noch auf akademischem Englisch? Ich habe mich wirklich durchgequält, teilweise Nächte lang geheult und geflucht aber am Ende ist doch etwas halbwegs vernünftiges zu Stande gekommen - hoffe ich doch! Noten gibt es wahrscheinlich bald online zum abrufen und ich bin schon ganz gespannt. 
So, weiterhin gab es eben noch die Selbstreflektion, wo es letztendlich darum ging zusammenzufassen wie die ersten Monate in London und speziell an der neuen Uni waren. Das war nicht sonderlich schwer, denn da gibts auch kein richtig oder falsch. 

Mein kreatives Portfolio beinhaltet viele verschiedene Arbeiten, die sich um mein Objekt drehten: Zeichnungen, Collagen, Fotografien, Photoshop- und Mix-Arbeite, usw. Unten könnt ihr ein paar wenige sehen. Ich durfte endlich einfach mal wieder nur das machen worauf ich Lust hatte und im wahrsten Sinne des Worten die Sau raus lassen. Schnitttechnik ist nun mal ein ziemlich wichtiges Fach in meinem Studium und zwar berechtigt; wie soll man denn sonst zweidimensionale Ideen dreidimensional verwirklichen? Eigene Kleidungsstücke  wurden in den ersten die Monaten noch nicht wirklich genäht, nur Probeteile aus Nessel. Aber ich habe auf jeden fall ein viel besseres Verständnis für das fertigen eines Kleidungsstückes, wesentlich ausgeprägter als an der ESMOD, wo mich so etwas um ehrlich zu sein nicht die Bohne interessiert hat. Dort hat es auch kein bisschen Spaß gemacht! Drapieren würde ich sehr gerne können und hoffentlich lernen wir bald noch mehr dadrüber. Einmal durften wir es ausprobieren und ich habe mich total darin verliebt! Hier seht ihr mein erstes Bespiel, wahrscheinlich nicht toll, aber es war echt cool es mal auszuprobieren. Allgemeines Wissen verfüge ich jetzt schon nach drei Monaten über Oberteile -damit auch verschiedne Ärmel, Krägen, Knopfleisten-, Hosen und Röcke und wie man diese modifizieren und kombinieren (Kleid!) kann. Nächstes Jahr im zweiten Trimester wird es damit sicherlich weiter gehen, aber da wird der Schwerpunkt dann auf der Entwicklung einer Kollektion liegen. Darauf freue ich mich schon total! Das wird eine große Abgabe für das Trimester sein, aber es wird natürlich auch erwartet, dass man in Museen geht, recherchiert in der Bibliothek, mit Nessel experimentiert, Fotos davon macht, alle Arbeitsschritte dokumentiert uns so weiter. Nicht einfach nur in Google gehen, zack zehn Bilder nehmen und sagen das ist meine Inspiration... Oder gar Outfits anderer zusammenstöpseln und das ein neues Design nennen!!! 
Im großen und ganzen könnt ihr sehen, dass ich diese drei Monate doch ziemlich beschäftigt war, aber mir macht es echt total viel Spaß. Ich bin endlich wieder an einer guten Schule und zufrieden mit dem was ich tue. Und endlich, endlich, ENDLICH haben wir Lehrkräfte die uns konstruktives Feedback geben mit vielen Verbesserungsvorschlägen, Beispielen etc. Das hat an der ESMOD ganz und gar gefehlt, was mich echt sauer gemacht hat.
London, mit all seinen Ecken und Kanten als Stadt ist schon so voller Inspiration, ich kann mir für einen kreativen Kopf kein besseres Umfeld als diese Mega-Stadt vorstellen. München dagegen, wo ich gestern kurze Zeit war, ist wie lahmgelegt, zwar schön aber vile zu verkorkst. I München wird man weichgespült, wogegen man ind London abhärtet. Das merke ich in sofern, dass wenn mir in München oder daheim jemand doof kommt, dass ist doch das eine oder andere mal leichter unfreundlich werde (upsi.). Man lässt sich weniger gefallen, denn in einer diesen Stadt gibt es viele verschiedene Leute, das heißt auch viele Weirdos. 
Briten unterscheiden sich in sofern von uns Deutschen finde ich, dass sie sich viel mehr trauen und felsenfest dazu stehen. Das bewundere ich an den Briten: Sie schmeißen auch ihr Studium oä. für ein Hobby hin, stecken ihr ganze Herzblut rein und werden damit erfolgreich. Das trifft auch stark auf Musiker zu, wie ich nach Nächte langer Research auf Spotify feststellen durfte; Die Briten mögen vielleicht nicht kochen können, aber musikalisch ertönen da echt viel versprechende Klänge. 

Vielleicht hängen wir Deutsche machmal zu sehr in unserer Routine drin, vielleicht müssen wir manchmal ausbrechen. Mein Zeichendozent sagte mir auch "manche Regeln sind da um sie zu brechen". Das sollten wir doch mal öfters anwenden oder? Natürlich schieben ich nicht alle Deutschen und alle Briten in eine Schublade und mal klebe ein Label drauf. Es gibt immer Ausnahmen. 
Das war jetzt ein überaus langer Post und ich könnte noch viel mehr schreiben, aber ich glaube das langt jetzt. Ich hoffe er hat euch gefallen und ich konnte euch einen kleinen Einblick in mein Studenten Leben geben. Mehr Bilder von London etc. gibt es immer auf meinem Instagram tu sehen! Tut mir leid, dass ich hier gerade so wenig themenrelevante Bilder habe! 
Ich wünsche euch hiermit einen schönen Sonntag Abend, eine fröhlichen vierten Advent und bis bald :) x

Ps. Meinen Instagram Update gibts morgen; ich weiß ich habe ihn eine Woche sausen lassen, weil meinem Mama da war und der Betrag mit ihr schon genug gesagt hat und eine Woche weil ich zu viel schulisch zu tun hatte. Morgen gibts eine größere Zusammenfassung!



Pattern cutting 
My keychain, object for analysis essay




Art I made inspired by object in my sketchbook 

Kommentare:

  1. ich find's super interessant mehr über dich und dein studium in london zu erfahren! wahnsinn, wie diszipliniert du bist und das echt alles durchziehst :) modedesign war auch immer mein traum aber ich möchte mir diesen jetzt auf anderem wege endlich erfüllen, in dem ich vom direkten modedesign absehe und mich eher meiner vorliebe widme, alten teilen neues leben einzuhauchen!
    würde mich über mehr posts zu deinem studium und auch zu deinem leben in london freuen! london ist so eine hammer stadt - ein paar insiderstories wären toll, sowas ist immer am spannendsten ;)
    liebste grüße,
    maze

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke liebes, freut mich dass es dir gefällt! :)
      Ich werde mich dann bemühen mehr Posts über mein Leben und London zu schreiben wenn das interessant ist, bin schon am überlegen!
      Wünsche dir ganz viel Erfolg auf deinem Weg-immer dran bleiben.
      Schöne Feiertage! x

      Löschen
  2. Freut mich, dass es dir in London gefällt! :)

    Liebe Grüße, Vanessa
    von fashion of lemoande

    AntwortenLöschen