Montag, 2. Juni 2014

Manchmal sind die Dinge einfach so - Gedanken.




Ich habe es nicht mehr geschafft gestern hochzuladen… dafür entschuldigt, ich weiß es ist Montag!
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Es ist Sonntag und ich sitze in meinen Zimmer. Mit diese Satz fing ich schon meinen letzten Outfit Post an. Hier sitze ich immer noch Stunden später. In der Zwischenzeit habe ich es geschafft mein Zimmer vom Chaos zu befreien, zu duschen, essen zu gehen und die Wäsche aufzuhängen. Mehr wirklich auch nicht. Es ist ein gewöhnlicher Sonntag und ich genieße das nichts tun. 
Dabei höre ich immer noch Musik, die mich dazu veranlasst hat nachzudenken. 
Warum nicht einfach die Gedanken hier festhalten? 
Kennt ihr das, ihr hört ein Lied und es löst einfach eine Flut an Erinnerungen aus? Wie eine Lawine? So ist das gerade bei mir. Das Lied "O" von Coldplay in Klavier Version hat es mir ungemein angetan. Als ich es gestern Abend als ich im Bett lag gehört habe, machte ich die Augen zu und lauschte dem vollen Klang der Musik.
Automatisch füllte sich der Raum um mich mit Erinnerungen, wie in einem Film. In der Luft tauchten Blasen auf und wieder ab, in denen ich die schöne Moment in mein bisheriges Leben wiedererkennen konnte, ohne jegliche chronologische Reihenfolge.
Meine Familie, die lachenden Gesichter meiner Liebsten, Haustiere, Streit, Versöhnung, Sonnenauf- und Untergänge, Ex-freunde, Klavier spielen, Umziehen, Urlaub, Neues, Altes, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Liebe, Trauer, Tränen, Schreien, Singen, Summen, der Geruch von warmen Lieblingsessen, Umarmungen, Verabschiedungen, Schulzeiten, Feiern bis in die frühen Morgenstunden, Küsse, Haut an Haut, Berührungen, gute Filme, Träumereien, Spinnereien, Dummheit, Bedauern, Vorfreude, das Gefühl von Geborgen- und Einsamkeit, Heimweh, Fernweh, alles einfach. 
In diesem Moment hat mich das alles so berührt, dass ich anfing zu weinen und das dauerte eine ganze Zeit an. Tränen der Freude, Tränen der Trauer, gemischt. Aber eins steht fest. Ich bin glücklich mit meinem jetzigen Leben und über die Menschen, die ich um mich habe. Ich freue mich über das was in der Zukunft auf mich zukommt, auf Herausforderungen, auf neue Menschen, auf neue Wege die sich kreuzen oder wieder auseinander gehen, auch wenn ich manchmal Angst habe.
Das Leben ist wie ein Buch und ich habe den Stift in der Hand. Manchmal fühle ich mich, als würde man versuchen mir den Stift aus der Hand zu reißen oder die Miene abzubrechen. Dann werde ich schwach, aber solche Tiefpunkte im Leben haben auch ihren Sinn. Alles hat einen Sinn. 

Ich glaube nicht an Gott aber ich glaube an das Schicksal. Wer den Film Cloud Atlas gesehen hat und sich Gedanken darüber gemacht hat, weiß was ich mit Schicksal meine. Ich glaube an die Botschaft, dass Menschen über die Zeit miteinander verbunden und für einander bestimmt sind, Menschen, die Unrecht tun dafür irgendwann im Leben bestraft und die, die Gutes tun belohnt werden. Auch wenn es tausend Jahre braucht. Ich glaube an ein Leben nach diesem. Irgendwas muss es da geben, es kann nicht einfach zu Ende sein. Manchmal erwische ich mich wie ich mir Fantasiewelten im Kopf baue wie es nach dem Tod sein könnte, dann lösche ich die aber schnell wieder und denke mir 'hör auf zu spinnen, lebe JETZT und HIER, Zeit über sowas nachzudenken hast du auch später'. Ob das wohl richtig ist? Jetzt zu leben ist wichtig, nicht in Erinnerungen zu schwelgen und dem nachzutrauern was man vielleicht vermasselt hat. Bedauere manchmal, aber lebe im hier und jetzt, es bringt nichts sich in der Vergangenheit aufzuhalten. Man kann die Vergangenheit nicht ändern - leider geht das nicht wie in "X-Men - Days of the future past". Leider...


Das Lied läuft mittlerweile schon zum 200. Mal und es stört mich nicht. Es ist zeitlos, ich könnte es den ganzen Tag hören... muss ich doch mal wieder Klavier spielen gehen.

Warum ich so emotionsgeladen bin und in Gedanken förmlich versinke? Ich versuche eine Erklärung dafür zu finden. Ich denke es liegt tatsächlich daran, dass ich ersten Zeit dazu habe, zweitens, weil ich so ein tolles Stück gefunden habe, das sich wie der Schlüssel in das Schloss des Kellerabteils fügt, in dem ich meine Gedanken verstaue und drittens weil ich langsam aber sicher das Ende meiner Zeit hier in München immer näher und näher kommen sehe. Veränderungen werden statt finden, ob ich es will oder nicht und ich glaube es ist an der Zeit für eine Reflexion. 
Die Zeit hier in München war toll. Ich werde sie vermissen, sogar meine nicht allzu beliebte Schule und deren Insassen. Auch die Spießer werden Fehlen.
Am meisten werden mir jedoch meine Freunde, die ich hier in den zwei Jahren kennengelernt habe fehlen, es tut jetzt schon weh zu wissen, dass wir uns in ein Paar Monaten für eine lange Zeit nicht mehr sehen werden. Die Berge werde ich vermissen, die Münchener Innenstadt, traumhaft, wie aus einem Bilderbuch. Das Oktoberfest, der Englische Garten, der Hans im Glück, wo ich so viele schöne Abende lachend mit meinen Liebsten verbachte habe, meine Wohnung, mein vertrautes Zimmer, meinen Mitbewohner. Alles. Langsam aber sicher muss ich anfangen meine Sachen hier zusammenzupacken, auszusortieren und mich von manchem schon zu trennen. Und jetzt kochen wieder die Bilder an unvergessliche Abende in München hoch… Durch die Stadt rennen bis die Vögel zwitschern, die Sonne aufgeht und die U-Bahnen wieder regelmäßig fahren. Eine Vertrautheit, die ich bisher nur Zuhause bei meinen Eltern in Coburg kannte. Aber München wird immer was besonderes bleiben, weil es der erste Ort war an dem ich alleine auf zwei Beinen stand und gewohnt habe. 
Ich realisiere es noch gar nicht aber der Moment des Abschieds rückt immer näher und ich kann es nicht aufhalten. Es ist ein Gefühl von 'Hey, Zeit bleib bitte stehen, ich will diese Momente nicht gehen lassen' und 'ich freue mich auf das nächste Level - London'. Hin und her gerissen… Aber würdet ihr nicht manchmal auch die Zeit gerne aufhalten oder gar zurückspulen und wie ein Dritter in Raum und Zeit stehen, die Dinge, die man schon mal erlebt hat aus den Augen einer anderen Person sehen, sich selbst  und sein Verhalten betrachten? Ich würde das gerne… Wie in einem Film. 
Vielleicht schaue ich zur Zeit zu viele Filme. 
Wach auf verdammt, wir sind nicht in einem Film, das ist die Realität und hier gibt es sowas nicht… Leider...

Meine Gedanken sind wirr und ich kann sie nicht hundertprozentig in einer Reihenfolge auflisten, in denen sie einen schönen roten Faden im Text ergeben würden. Ich schreibe das ja auch nicht damit sich es toll anhört, eigentlich will ich den Brei in meinem Kopf nur auf "Papier" bringen. Eine gute Freundin von mir schreibt Tagebuch. Das habe ich früher auch gemacht als ich zehn war. Vielleicht wäre das eine gute Idee das wieder aufzugreifen, vorallem jetzt in der Zeit der Veränderung. Es ist nicht so, dass ich nach London ziehe und - hey - 83876234 Menschen da habe, die ich kenne. Nein, da ist erstmal niemand und ich bin auch nicht der Mensch der nach zwei mal treffen sagt ok cool, ich erzähl dir meine Lebensgeschichte. Ich bin im allgemeinen ein Mensch der nicht leicht vertraut. Skeptisch. Manchmal glaube ich ich habe eine Schale um mich herum aufgebaut die man erst durchdringen muss um rauszufinden was darunter ist. Soll nicht heißen, dass ich mich Freunden gegenüber komplett verstelle, auf keinen Fall, aber ich bin nun mal kein offenes Buch. Ich bin eher das Buch mit 3 Schlössern, deren Schlüssel am Boden eines Sees liegen, die man zuerst rausfischen muss. Heute war ich aber mal offen. Einfach weil ich es mal sein wollte. Keine Ahnung warum, ich habe keine erklären. Manchmal sind die Dinge einfach so. Ich bin auch nur ein Mensch.


Picture Credits gehen an Carlos Methfessel. Danke für das Shooting!

1 Kommentar:

  1. Das mit dem Schicksal kenn ich nur zu gut. Im Moment denke ich mir das in jeder Situation. Egal was passiert ist, es hat seinen Grund.
    Die Bilder sind übrigens wahnsinnig schön!

    www.kaluediary.com

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